Projektbeschreibung:
Die Seelsorgestelle Lichtenberg ist der erste Kirchenneubau in Österreich seit dem Jahr 2000. Unsere Aufgabe war es den Glockenstuhl und dessen Tragkonstruktion zu entwerfen, zu konstruieren und zu bemessen. Die Schwierigkeit lag darin, dass die Tragkonstruktion sehr exponiert stehen sollte und nur horizontal, exzentrisch in eine kurze Stahlbetonwand eingebunden werden konnte. Der hölzerne Glockenstuhl wurde dimensioniert und auch auf Ermüdung bemessen. Für die Einbindung in die Stahlbetonwand wurden Kopfbolzendübel im Verbund eingesetzt. Die Gebrauchstauglichkeit wurde durch Messen der Turmschwingungen verifiziert.
Der Sonnenhof ist ein C-förmiger Bau mit Innenhof und ist insgesamt etwa 82,0 m breit und 119,9 m lang. In ihm sind neben den repräsentativen Räumen auch Dienstzimmer untergebracht. Die oberen Geschosse wurden in Holzbauweise mit tragenden Blockbohlenwänden erstellt. Das Gebäude 8 ist ein mehrflügliger Bau, der in seinem Grundriss einer „Acht“ ähnelt. Insgesamt ist das Gebäude etwa 45 m breit und 110 m lang. Darin sind hauptsächlich der große Speisesaal mit Küche untergebracht. Die Dachkonstruktion besteht aus freitragenden Holzbindern mit Pfettendach. Besondere Problemstellungen: Der Querkraftnachweis in den Rippen der Remy-Decken konnte nach den heute gültigen Vorschriften nicht geführt werden. Es wurde von uns ein Nachweiskonzept auf der Grundlage von statischen Berechnungen und Belastungsversuchen entwickelt, auf dessen Grundlage der Standsicherheitsnachweis für alle Deckenbereiche nachgewiesen werden konnte. Diese Vorgehensweise wurde preisgekrönt (siehe Auszeichnungen). Die Betoninstandsetzungsmaßnahmen wurden von uns so konzipiert, dass die Bausubstanz weitestgehend erhalten blieb und die damit verbunden Maßnahmen auf das Notwendigste reduziert wurden. Zur unterseitigen Befestigung der Haustechnik an den vorhandenen Remy-Decken standen keine bauaufsichtlich eingeführten Befestigungsmittel zur Verfügung. Daher wurde von uns hierfür ein Befestigungskonzept auf Grundlage von Versuchen mit statistischer Auswertung erarbeitet. Die Nachweise der Dachtragwerke erfolgten mit gemäß Schneelastgutachten verminderten Schneelasten. Hierdurch konnten die Dachtragwerke weitestgehend nachgewiesen werden, so dass sich lediglich lokale Ertüchtigungen ergaben. Durch die von uns gewählten besonderen Vorgehensweisen im Umgang mit den denkmalgeschützten Gebäuden konnten statisch konstruktive Eingriffe und Ertüchtigungen minimiert und umfangreiche Bauteilerneuerungen vermieden werden. Die damit verbunden Baukosten konnten hierdurch wesentlich reduziert werden.