Historische Bauten

Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfronten-Berg

  • Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfronten - Turm und alte Sakristei
  • Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfronten - Turm und alte Sakristei
  • Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfronten - Turm und alte Sakristei
  • Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfronten - Turm und alte Sakristei
  • Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfronten - Turm und alte Sakristei
  • Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfronten - Turm und alte Sakristei
  • Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfronten - Turm und alte Sakristei
  • Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfronten - Turm und alte Sakristei
  • Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfronten - Turm und alte Sakristei
Projektbeschreibung:  Im 1746 bis 1749 aus Naturstein errichteten, 61 m hohen und weithin sichtbaren Turm der kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Seeg ist ein fünfstimmiges Geläut untergebracht. Die Glocken 1 bis 3 wurden 1750 in Memmingen gegossen und sind somit bauzeitlich.
1950 wurden zwei weitere Glocken hinzugefügt.

Im Rahmen einer geplanten Gesamtinstandsetzung erfolgte 2011 eine Schwingungsmessung am Kirchturm. Ziel der erforderlichen Geläutesanierung war, die historische Glocke wieder mit einem Flugklöppel läuten zu können, um den ursprünglichen Klang wieder herzustellen und gleichzeitig die baudynamischen Defizite zu beseitigen.

Die für die baudynamische Beurteilung notwendigen Parameter wurden rechnerisch ermittelt, auf ein umfangreiches Bestandsaufmaß des Turmes und der Glocken sowie weitere aufwändige Voruntersuchungen (z.B. am Mauerwerk) und Berechnungen konnte somit verzichtet werden.

Für den Einbau des Gegenpendels stand der Raum unterhalb der unteren Glockenstube zur Verfügung. Es wurde an die Lagerbalken des Glockenstuhles angehängt, so dass die Horizontalkräfte aus dem Läuten direkt in der Holzkonstruktion kurzgeschlossen werden. Der Antrieb des Gegenpendels, das in Gewicht und Schwerpunkt von uns exakt auf die Glocke abgestimmt wurde, erfolgt über die Läutemaschine der Glocke 1.

Das Glockenjoch und Joch des Gegenpendels wurden dafür über Seilräder und Ketten miteinander verbunden, da eine direkte Verbindung nicht möglich und eine Umlenkung erforderlich war.
Die Feinjustierung erfolgte unter messtechnischer Begleitung, so dass die optimale Einstellung des Pendels auf die Glocke erreicht werden konnte.

Durch den Rückbau des Obergewichts traten eine historische, wohl bauzeitliche, Holzkonstruktion und die 1864 eingebauten Holzjoche wieder in den Vordergrund. Das Gegenpendel wurde exakt in diese historische Konstruktion eingepasst, so dass mit Ausnahme der beiden Überzüge, die im Belag der Glockenstube integriert sind, keine Umbauten notwendig wurden. Es handelt sich um eine rein additive Maßnahme. Klanglich hat das Geläute durch den Einbau eines Flugklöppels bei Glocke 1 erheblich gewonnen. Die Gesamterschütterung konnte mit der auf eine einzelne Glocke beschränkten Maßnahme um 44 % gesenkt werden. 

Im Rahmen der Außeninstandsetzung des Turmes wurde auch das Turmmauerwerk statisch ertüchtigt. Dies erfolgte durch ein Verpressen von Mauerwerksrissen und den Einbau umlaufender Verspannungen.
Auftraggeber:
Diözese Augsburg, Sachgebiet Projektmanagement
Leistungsumfang:
Gutachten inkl. Schwingungsmessung
Tragwerksplanung (Leistungsphasen 1 bis 8)
Entwurf und dynamische Bemessung der Gegenpendelanlage
Fotografie:  
(c) DR. SCHÜTZ INGENIEURE
Veröffentlichungen:
Projektbeteiligte:  


Zurück zur ÜbersichtWeiter zum Bereich Historische BautenNächstes Projekt