Bauen im Bestand, Gutachten, Historische Bauten, Industriebau, Hochbau

Generaloberst-Beck Kaserne in Sonthofen, Generalsanierung

  • GOB-Kaserne Sonthofen, Generalsanierung
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Projektbeschreibung:  Die Generaloberst-Beck-Kaserne wurde in den 1930er Jahren erbaut. Die 13 bauzeitlichen Gebäude stehen unter Denkmalschutz und wurden ab 2008 nach dem Schulstandard der Bundeswehr umgebaut. Die Unterkunftsgebäude sind ca. 18 m breit, bis zu 190 m lang und in den oberen Geschossen als Stahlbeton-Skelettkonstruktion mit Stahlbeton-Rippendecken und Bimsbetonhohlkörpern (Remy-Decken) errichtet worden. Die Decken der bis zu drei unterirdischen Geschossen sind als Stahlbeton-Decken bzw. offene Stahlbeton-Rippendecken ausgeführt.

Durch den Umfang der geplanten Umbaumaßnahmen ging der Bestandsschutz der Deckentragwerke verloren, so dass für diese Bereiche umfangreiche statische Untersuchungen erforderlich wurden. Wegen der Sonderkonstruktion der Geschossdecken (Remy-Decken) und der fehlenden normativen Erfassung der Deckenkonstruktion, erfolgte die statische Nachrechnung der Decken in mehreren vergleichenden Schritten mittels eines räumlichen Finiten-Elementen-Modells. Zunächst wurde als Grundlage die Bestandssituation statisch erfasst. Dann wurde eine Nutzlastpräzisierung mit Berücksichtigung der erforderlichen Deckendurchbrüche für die Haustechnik durchgeführt. Die den Berechnungen zugrunde gelegten Materialkennwerte wurden durch Materialuntersuchungen wie z. B. Druckfestigkeitsprüfungen an Bohrkernen oder Zugversuche an den verbauten Bewehrungsstäben ermittelt. Ergänzend zu den statischen Berechnungen wurden Belastungsversuche mittels Flächenbelastung durch Wasser durchgeführt. Nachdem der Querkraftnachweis in den Rippen der Remy-Decken nach den heute gültigen Vorschriften nicht geführt werden konnte, wurde von uns ein Konzept ausgearbeitet, um umfangreiche Ertüchtigungsmaßnahmen bzw. einen Austausch von Deckenbereichen zu vermeiden. Das Denkmal kann somit weitgehendst erhalten und die Baukosten wesentlich reduziert werden.

Bei der Errichtung der Gebäude gab es keine einheitlichen Schneelastansätze. Die Werte in der 1936 erstmals erschienen DIN 1055 liegen deutlich unter den heutigen Normwerten, welche jedoch die tatsächliche Schneelast in Sonthofen deutlich überbewertet. Abweichend zur gültigen Norm wurde eine verminderte Schneelast (-23 %) auf Basis eines Schneelastgutachtens angesetzt.

Bei der Bestandserfassung wurde an der Bewehrung der Geschossdecken, Unterzüge, etc. teilweise Betonstahlkorrosion festgestellt. Messungen der Betondeckung und die Ermittlung der Karbonatisierungstiefe des Betons zeigten, dass die Bewehrungskorrosion auf eine zu geringe Betondeckung und eine deutlich fortgeschrittene Karbonatisierung zurückzuführen ist. Ein wesentlicher traglastmindernder Einfluss wurde hierbei nicht festgestellt, was die durchgeführten Belastungsversuche bestätigten. Das Instandsetzungskonzept wurde so konzipiert, dass die Bausubstanz weitestgehend erhalten bleiben und die damit verbunden Maßnahmen auf das Notwendigste reduziert werden konnten. 

Die Baukosten belaufen sich auf ca. 280 Mio. €.
Auftraggeber:
Staatl. Bauamt Kempten, Bereich Hochbau
Leistungsumfang:
Tragwerksplanung (Leistungsphasen 1 bis 8)
Objektplanung Betoninstandsetzung (Leistungsphasen 1 bis 8)
Objektplanung Kernbohrungen in Remy- und Starodecken (Leistungsphasen 1 bis 8)

Besondere Leistungen:
Bestandserfassung, Belastungsversuche, Bewertung und Planung von Befestigungsmittel mit Abweichungen zur bauaufsichtlichen Zulassung an Hohlkörperdecken mit Auszugversuchen
Fotografie:  
(c) DR. SCHÜTZ INGENIEURE
Veröffentlichungen:
Projektpartner:  


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