Bauen im Bestand, Historische Bauten

Alte Spinnerei und Weberei, Keselstraße in Kempten

  • Geb. Keselstraße 14a in Kempten (ehem. Spinnerei und Weberei)
  • Geb. Keselstraße 14a in Kempten (ehem. Spinnerei und Weberei)
  • Geb. Keselstraße 14a in Kempten (ehem. Spinnerei und Weberei)
  • Geb. Keselstraße 14a in Kempten (ehem. Spinnerei und Weberei)
  • Geb. Keselstraße 14a in Kempten (ehem. Spinnerei und Weberei)
  • Geb. Keselstraße 14a in Kempten (ehem. Spinnerei und Weberei)
  • Geb. Keselstraße 14a in Kempten (ehem. Spinnerei und Weberei)
  • Geb. Keselstraße 14a in Kempten (ehem. Spinnerei und Weberei)
Projektbeschreibung:  Das einzigartige Industriedenkmal „Alte Spinnerei“ in Kempten wurde um 1825 westlich der Iller als Lagerhalle errichtet und seither mehrfach umgenutzt, erweitert und instandgesetzt.

Es lag viele Jahre brach und sollte vor dem fortschreitenden Verfall gerettet werden. Die Sozialbau Kempten plante daher die Umnutzung zu modernen Büro-, Schul- und Arbeitsplätzen. Der Erhalt der einzigartigen Originalsubstanz für weitere Generationen war dabei ein hohes Anliegen des Bauherrn. Die Neugestaltung sollte hierbei individuell nach der Vorstellung der Nutzer erfolgen und eine Gesamtinvestition von rund 10 Mio. Euro nicht überschreiten. Die Sanierung sollte unter dem Aspekt einer flexiblen und werthaltigen Nutzung des Gebäudekomplexes umgesetzt werden.

Gleichzeitig galt es, den wirtschaftlichen und insbesondere den denkmalpflegerischen Vorgaben gerecht zu werden. Grundlegend hierfür war, alle Holzbalkendecken unter Berücksichtigung der im Bestand vorhandenen Verstärkungen und früheren Instandsetzungen, sowie der vorhandenen Stützensenkung von bis zu 30 cm zu erhalten und für die Aufnahme einer Verkehrslast von 300 kg/m² (Nordseite) bzw. von 500 kg/m² (Südseite) zu ertüchtigen. Die ingenieurtechnische Herausforderung lag in der Rückverformung der Stützensenkung und der Nutzlasterhöhung. Während der unterschiedlichen früheren Nutzungen, mit teilweise schweren Werkzeug- und Webemaschinen, wurden die Deckentragwerke bereichsweise deutlich überbeansprucht.

Das Ingenieurbüro DR. SCHÜTZ INGENIEURE erarbeitete ein stufenweises statisches Rückverformungskonzept unter der Prämisse des größtmöglichen Substanzerhalts für ca. 4.000 m² Holzbalkendecken. Dadurch wurden diese wieder in die ursprüngliche Lage gebracht und die zulässige Nutzlast der Decken erhöht. 

Eine planungsbegleitende Kostenanalyse alternativer Instandsetzungskonzepte hat zudem gezeigt, dass mit dem Erhalt und der denkmalgerechten Sanierung der bestehenden Holzbalkendecken auch die wirtschaftlichste Lösung für die künftige Nutzung gewählt wurde.So konnten gegenüber einem Deckenaustausch mit Hoesch-Additiv-Decke (Stahlbetondecke) oder Brettstapeldecke Instandsetzungskosten von über 200.000 € eingespart werden.
Auftraggeber:
Sozialbau Kempten
Leistungsumfang:
Tragwerksplanung (Leistungsphasen 1 bis 8)
Fotografie:  
(c) DR. SCHÜTZ INGENIEURE
(c) Sozialbau Kempten


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